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An der Zeit zu reisen

Lena Sutor-Wernich

"The meaning of becoming yourself is to be able to give meaning to yourself." (Orland Bishop)
Es ist an der Zeit zu reisen.
Neue Wege und Orte warten auf mich, Begegnungen stehen an, Überraschendes, Furchterregendes, Herausforderndes, Ermutigendes wird mir widerfahren. Die Reise verläuft in der Form einer Lemniskate, und diese Formgebung zu durchschauen, kann Kraft geben, die Reise zu unternehmen, bewusst zu unternehmen.
Eine Reise beginnt mit einem Ruf. Etwas ruft mich. Eine Frage weist mich auf diesen Ruf hin, eine Frage wie vielleicht diejenige: Was ist an der Zeit? Wo empfinde ich den größten Schmerz, wo die größte Freude? Eine Frage bringt mich in Konflikt mit dem Gewordenen. Dem Gewordenen in mir und in der Welt - wenn das überhaupt zu trennen ist. Schatten begegnen mir, Hindernisse, Zweifel. Prüfungen weisen mir den Weg zur Wende, zeigen mir in scharfer, unerbittlicher Weise, wer ich bin und wozu ich fähig bin – wenn ich darauf vertraue, meinen Sinn zu wenden.
Der Wendepunkt, der Nullpunkt von der Krise zur Idee will durchschritten werden. Tue ich dies bewusst – und auf diese bewusste Erfahrung und Übung kommt es an – „findet der Weltprozess eine Idee in mir“, durchschaue ich die Beziehungen von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, mache das Gewordene zum Werdenden, fasse die Zukunft, bevor sie auftaucht. Dies in einer Vereinigung von Herz und Kopf, die an der Zeit ist, ersehnt - doch was heißt diese Einheit? Seinem Herz zu folgen, heißt nicht automatisch, seinen Gefühlen zu folgen. Was ist dieses Herz, diese „Kultur des Herzens“, dieses „Herzdenken"? Vielleicht ist auch diese Frage der Beginn einer Reise, auf der ich dem immer näher komme, was in diesen Wörtern lebt, es erübe, es zulasse, es erfahre.
Eine Idee wird aus dem Nullpunkt geboren, und wieder ist Vertrauen gefragt, um mit ihr meine Reise fortzusetzen. Vertrauen und ein realistischer Optimismus, der mich in meinen Taten stärkt. Ein dreifacher Optimismus: Optimismus geistiger Art – ich kenne den inneren Ort, aus dem ich handle, ich bin in Kontakt mit meinem Wesen. Optimismus seelischer Art – Ich weiß um meine anhaltende Kraft, Schmerz und Schatten in etwas Positives zu transformieren und ich sehe die Schönheit mitten auch in der Hässlichkeit. Optimismus körperlicher Art – ich spüre, dass meine innere Gewissheit bis ins Körperliche hinein gegründet ist.
Und ich handle aus meiner Einsicht, handle sofort, lasse die imperfekte Perfektion zu, damit sich Idee und Realität vermählen können und nicht verkümmern, jede im eigenen Reich. Aus dieser Vermählung empfange ich Zielkraft, höre einen neuen Ruf. Ich schaue zurück und vorwärts auf meine Lemniskaten-Reise. Mein Schwung trifft sich mit dem anderer Reisender. Wir sind an der Zeit. ‹

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