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Zweisichtigkeit

Burghard Schildt

Die Frage ist so formuliert, dass jeweilige Leser, in Anbetracht des gegenwärtigen Zeitgeschehens, sich unmittelbar als Mitträger so einer Frage empfinden können.

Dieses Empfinden kann dazu anregen, die Frage aufzuwerfen, woraus es herrührt, durch welches persönliche Tun man, so wie im Besonderen, sich auch im Allgemeinen als so Jemanden erlebt, der die Frage ›Was ist an der Zeit?‹ in sich trägt.

So Jemand kann dann gewahren, dass die Frage sich bildet in der denkenden Anschauung zweier anderer Fragen, die etwa so lauten ›Gewahrt mein Denken und Handeln das Zeitgeschehen?‹ – ›Ist mein Denken und Handeln im Einklang mit dem Zeitgeschehen?‹

Man sieht, beiden Fragen gemeinsam ist, dass Jede zweisichtig gebildet wurde. In dem man sie so formuliert, anerkennt man ein Zeitgeschehen an sich und ein Selbst ohne Zeitgeschehen. Das diese Fragen den Fragenden zum Wesen der Frage ›Was ist an der Zeit?‹ führen, dafür bedarf es derjenigen Frage, die entspringt, indem denkendes Anschauen diese Zweisichtigkeit einsieht.

Das Streben der Einsicht ist die Steigerung beider Fragen zu der anderen Frage ›Wie erscheint Denken und Handeln als Zeitgeschehen?‹ Die Handlung des Mittragens der Frage ›Was ist an der Zeit?‹ wird so erlebt als Zeitgeschehen für den anderen Menschen.

Für die Frage, ›Was ist an der Zeit?‹ lebt jeweils als Zeitgeschehen der andere Mensch die Antwort. Es ist an der Zeit, das diese Frage auftaucht. Das Miteinander dem Zeitgeschehen gegenüber stehen wird so ein füreinander Zeitgeschehen sein. Es lebt sich zunächst dar, indem man damit anfängt, die Antwort auf die Frage ›Was ist an der Zeit?‹ als das in sich Tragen des anderen Menschen zu erleben.